Madagskar

Sitzen vier Tauben auf der Wiese,
und schaun‘ sich gurrend um,
verwundert über diese
unerwartete Situation.

Vertrauend folgten sie,
ohne zu verzieh’n ’ne Fratze,
dem weisen Leittier
auf den Weg zum Markusplatze.

Nach Venedig wollten Sie!
Meine Güte – welch‘ ein Irrtum,
welch‘ Schicksal, welche Ironie
und schauen sich noch immer um.

Sie haben sich verflogen
und landeten dort
und kommen – ungelogen –
von dort nicht wieder fort.

Der Traum vom Markusplatz,
verpufft ganz leise.
Wie die Pinguine in „Madagaskar“,
beenden die Tauben hier ihre Reise.

Gefunden auf wirren Wegen,
liegt das Glück oft ganz nah,
auf der Wiese oder gleich daneben,
so bleiben sie halt da.

Sitzen vier Tauben auf der Wiese,
und schaun‘ sich gurrend um,
glücklich über diese
besonders schöne Situation.

Zeit

Ach, hätte ich doch viel mehr Zeit,
könnt‘ ich mich lang und breit,
widmen meiner Hobbys.
Oh ja, wie schön wäre dies.

Die Zeit wird mir geraubt im Flug.
Im Büro ist es nicht genug
was ich bräuchte dort an Zeit.
Auch zu Hause ist es schon so weit.

So schenkt mir, liebe Leut‘,
was mich herzerquickend freut,
ein bischen Zeit oder auch mehr,
das überlaß‘ ich Euch gerne – bitte sehr!

Gelb

Ich sitze hier seit Stunden
und kann es nur bekunden:
der Drucker, der ist Mist!
Ich sag’s nur, wie es ist.
So druckt er ganz genau
nur die Farben Blau,
Schwarz und Magenta
– ja, was fehlt denn da?
Die Farbe Gelb, die fehlt
für ein schönes Druckerbild.
Da hat man nun fast alles,
außer Gelb und kann es
schier nicht fassen
und muss das Drucken schließlich lassen.
Fazit: Wenn einer aus der Gruppe fehlt,
alles farblos Flöten geht.

Gaukler

Die ganze Menschenmeute
schaute sich heute
die Gaukler an.
Dann und wann
ein Gaukler trickste
oder hickste
in seinen Dudelsack.
Ja – es war ein schöner Tag.

Buckel runter rutschen

Die Sandra, die fährt Ski,
so schlecht wie heut‘ noch nie.
Sturz eins, Sturz zwei, Sturz drei,
Kein Knochen ist entzwei…
Wenn sie dann fällt, im Schnee,
und tut sich zwar nichts weh,
ist’s eher peinlich, diese Chose,
mit ganz viel Schnee an ihrer Hose.
Drum fällt sie eher ungern auf die Plauze,
wahlweise auf die Schnauze.
„Mensch, die Leute gucken schon!“
„Na und? Soll’n sie’s doch besser tun!“
Sagt die Sandra ganz schön munter,
und fährt nochmal den Buckel runter.

Granadilla

Dieses Zeug hier – grün und glibb’rig –
etwas ecklig und recht mickrig,
diese Frucht aus fernem Land‘,
wie ich sie im Einkaufsladen fand‘
nennt sich Granadilla,
wie der Ort auf Teneriffa.
Orange hell, so leuchtet sie,
wie sie drinnen aussieht, ahnt‘ ich nie.
Zuckersüß sie aber schmeckte,
den Löffel ich ableckte,
als ich merkte: garnicht schlecht!
Da wunderte ich mich recht.
Dieser Glibber trügt,
die grüne Farbe – ja, sie lügt!
Wie beim Menschen oft es ist
verkehrt, falls man nach dem Äußeren misst.
Eine hübsche Hülle und zugleich reizend
erweist sich umgestülpt oft ätzend.
Dann – beim zweiten Blick –
man oft erschrickt
und denkt: ist garnicht so ein Schlimmer!
Genauso eben wie die Grenadilla!

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