Ginster

Es war mal ein Mann aus Neu-Münster,
der hielt mit dem Auto am Ginster,
roch an der Blüte,
was er bereute,
weil Heuschnupfen haben ist finster.

Monster

Steht ein Monster in der Ecke,
spielt mit seiner bunten Socke,
zwirbelt am Pyjamaknopf,
dann die Haare auf dem Kopf
und sieht beileibe schüchtern aus.
Es geht nachts von Haus zu Haus
um die Menschen zu erschrecken.
Doch muss ich entdecken:
rufe ich ein lautes „Huh“
oder auch ein tiefes „Buh“,
bekommt das Monster einen Schreck
und ist sogleich für immer weg.

Irrtümer

Ich kann mich nicht an viele Gedichte aus meiner Kindheit/Jugend erinnern. Dank Google, Bing und Co. habe ich dieses schöne Gedicht wieder gefunden:

Irrtümer (von Peter Hacks)

Eine rosarote Katze
Eine himmelblaue Maus
Treffen sich am Antonplatze
Und kennen sich durchaus.

Und die Maus will sich verstecken,
Und dann sagt sie: Keine Not,
Nie sah ich das Maul sich lecken
Eine Katze rosenrot.

Und die Katze nahet leise,
Bleckt den Zahn und steilt den Bart,
Bis sie ihrer Mittagsspeise
Sonderbares Fell gewahrt.

Und sie lässt die Maus am Leben
Wiederum aufgrund des Blaus,
Und sie spricht: Das kann´s nicht geben,
Eine himmelblaue Maus.

Und sie wandeln von dem Platze
Ohne Zwischenfall nach Haus,
Rechts, nach Weißensee, die Katze,
Links, nach Lichtenberg, die Maus.

Kräutersüppchen

Die Zutaten einer Speise sind mit Absicht gewählt. Aus Sicht der Zutaten kann das auch anders sein.

Drei Schnecken
wollten sich verstecken.
Wo, war ihnen schnuppe.
Dann sahen sie die Suppe
und landeten am Stecken.

Walrosse

Wenn die Walrossdame schmollt
und seufzend mit den Augen rollt,
weil der Walrossmann
g’rad mal wieder “kann” –
sie ihn dann den Felsen runterrollt.

Rote Lampe

„Dans le Dunkel
c’est bon munkel“.

Aber dort,
an wunderbarem Ort,
steht sie da und leuchtet.
Wobei es mir schon deuchtet,
– in herrlich rotem Rot,
besser noch als Abendrot –
sie in den Raum rein scheint.
Auch wenn man es nicht meint.

Na, dann eben: „Dans le rotem Licht
c’est bon kuschelig“.

Biergarten

Man sitzt bei bestem Wetter im Biergarten und nimmt diesen für einen intensiven Augenblick mit allen Sinnen wahr…

Das Brot bestellt
und sofort gebracht,
der Hund hat gebellt,
die Kellnerin lacht.

Das Bier wird nicht schal,
das Essen ist fein,
ein leckeres Mahl.
Jemand trinkt Wein.

Ein Pärchen sich schmiegt,
ein Lüftchen weht,
die Kastanie sich biegt,
der erste Gast geht.

Der Kies knirscht leise,
der Nachbartisch gröhlt,
es zwitschert die Meise –
„Wer hat Bier bestellt?“

Die Sonne lacht,
die Gäste sind froh,
noch ein Eis gebracht
im Biergarten irgendwo.

Knack-Popo

Nun bin ich nicht die einzigste Frau, der das so geht: komische Anwandlungen mit sehr ernüchternden Feststellungen. An Anlehnung an mein Gedicht 28plus von 2007 hat mich nach 4 Jahren mal wieder das Altern und seine Folgen beschäftigt.

Mein Knack-Popo – der wabert
und „hängt mir bis zum Knie“,
womit mein Gehirn hadert,
denn das dacht‘ ich nie.

Gefühltes Altern mag das sein.
Die Realität, sie fliegt,
die Jahre holen uns einfach ein,
schneller, als es ist uns lieb.

Die Dinge bleiben
oder ändern sich:
lustiges Knackig-wird-Wabernd-Treiben!
Ich bin aber immer noch ich!

So denk‘ ich noch: so’n Mist!
Doch, geht uns das nicht allen so?
Dann mag ich’s wie es ist,
vorallem aber meinen Waber-Knack-Popo.

Caipi

Aufgrund der letzten Gedichte könnte man den Eindruck bekommen, ich sei eine richtige Schnaps-, Wein, Caipi- (nicht vergessen Bier-)Drossel. Stimmt. Wenn’s erlaubt ist …

Ein Caipi am Abend, an einem Ort,
erquickend und labend, so gehe ich fort.
Zwei Caipis am Morgen,
bringen Kopfweh und Sorgen.
Aber bis abends ist der auch wieder fort.

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