Tadsch Mahal

Das Tadsch Mahal in Indien
kann man zwar dort findien,
aber auch auf Nürnbergs Freizeitmesse
weckte es unser Interesse.

Mit viel Farbe auf Papier
steht es hier.
Zwischen Wasserteich und Grün
finden wir es auch ganz schön.

Schokoladenweihnachtsmannschicksal

Der Weihnachtsmann (rechts) aus Schokolade,
in purpurrotem Blechgewand,
fand es ziemlich schade,
dass des Kollegen Kopf (links) so bald verschwand.

Ein Monster mit zwei großen Augen
und ebensolchem Mund –
man kann es fast nicht glauben –
verschlang den Kopf in seinem Schlund.

Lieber Schokoweihnachtsmann,
es tut uns furchtbar leid,
so essen wir Euch dann und wann,
am liebsten aber doch zur Weihnachtszeit.

Spatzen

Neulich an der Würstchenbude:

Da sitzen die Spatzen
und ratzen
auf dem Rand vom Kasten
(der ist feuerrot)
und warten ohne Not
auf ein bischen Brot.

Rettungsdienst

Die meisten Geschichten in Gedichtform (Holpervers) erzählt das Leben:

Am Freitag auf der Kerwa,
in Fürths schönen Gassen,
sah ich hier und da
nicht nur Menschenmassen,
sondern Retter in der Not
am Würstchenstand
mit drei Bratwürsten im Brot
mit Senf in ihrer Hand.
So retten Sie die Metzgerware
vor dem Feuerschlund
des Grills, worauf sie gare,
in ihren eigenen, sicheren Mund.
Guten Appetit
und laßts Euch schmecken,
wir retten fleißig mit –
lecker Bratwurst und Senf im Wecken.

28plus

Und noch’n Quickie:

Das Altern macht mir keine Sorgen,
ich denke nicht an Morgen,
ganz im Gegenteil:
so denke ich derweil
ganz locker und entspannt,
und halt‘ mir mit der Hand
– während ich springe wie ein Reh
fröhlich durch den grünen Klee, juchhe –
den Rücken.

Schmetterding

Endlich mal wieder ein Gedicht aus der Kategorie „Neulich…“:

Neulich sah ich sitzen
auf uns’ren Jalousienritzen
’nen schönen Schmetterling.
Mensch – das ist ja ’nen Ding!

Macht aus uns’rer Jalousienritz‘
’nen Jalousiensitz.
Mensch – das ist ja ein Ling,
du schönes Schmetterding!

Rückersdorf

Gestern waren wir in Stöppach im Nürnberger Land, wo die Häuser Nummern haben, weil es aufgrund der Größe des Ortes sich nicht lohnt, Straßennamen zu vergeben.

Auf dem Weg dorthin kamen wir durch Rückersdorf, einem Ort zwischen Nürnberg und Lauf, der sich für mich durch das auszeichnet, was ich mit ihm fälschlicherweise verbinde (ich habe nie behauptet, dass meine Gedichte einen Sinn haben müssen):

Oh Rückersdorf, oh Rückersdorf,
deinen Namen hört ich nie,
bist nur ein fränk’sches Dorf
ganz klein in der Geographie.

Und doch verbinde ich mit deinem Namen
und Deinem schönen Ort
ein Atomkraftwerk – als Rahmen
für meine Gedanken und ein Wort.

Warum das so ist,
kann keiner sagen
und weil das so ist,
mag ich nicht verzagen

und hier deutlich machen,
dass dieser kleine Ort
mit all den schönen Sachen
wie Kirchenhof und Kinderhort

mit Atomkraft nix zu tun haben mag.
Wie komme ich darauf?
Nicht gewußt ist gut gefragt!
Ich geb die Frage selber auf …

Macht mein Gehirn mir einen Spaß,
kommt ein kleines Dorf zu Ehren,
– was liegt an der 14. Bundesstraß‘ –
aber keiner kann’s erklären!

Kupferstück

Nach heutigem Zahnarztbesuch und anschließender „Wiedergutmachung“ beim Friseur passierte mir Folgendes (in Gedichtform):

Ich denke: heute ist wieder so ein Tag,
an dem ich mich verwöhnen mag.
Ein Stück Erdbeerkuchen soll es sein,
also geh‘ ich schnell zum Bäcker rein.

Ich muss nicht lange in der Schlange stehn;
„Ein Stück Erbeerkuchen, bitteschön!“
sage ich dem netten Wesen,
nämlich der Dame hinter’m Tresen.

Sie sagt: „Heute ist einer dieser Tage,
an dem ich Euch nun sage:
es gibt keinen Erdbeerkuchen.
Morgen wieder könnt Ihr es versuchen.“

Ich drücke meine Enttäuschung aus,
gehe auf die Straße raus
ohne was zu kaufen.
Pech gehabt – bin ich also umsonst gelaufen.

Ich frage: „Ist heute wieder so ein Tag,
an dem nicht viel gelingen mag?“
Ich schaue runter auf den Trottoir
und nehme eine Münze wahr.

Als ich sie aufheben möchte und mich bück‘,
sehe ich, es ist ein 2-Cent-Stück.
Ich denke: heute ist wohl doch so’n Tag,
an dem ein bischen Glück einfach auf der Straße lag.

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