Dem Herrn Ullrich sein Jan

Dem Herrn Ullrich sein Jan
ist ganz weit vorne dran.
Fährt im türkisnen Trikot
– die Leute freu’n sich so –
seinen Kollegen weg
und kümmert sich ’nen Dreck
um den Kollegen Zabel,
der sich auf seinem Radel
weiter hinten schundet
und doch nicht überrundet.
Was er auch nicht muß,
denn alle fahren ja am Schluß
die Anzahl gleicher Runden,
Kilometerzahl mit eingebunden.
Ein Gewinner ist ein jeder dann,
und nicht nur dem Herrn Ullrich sein Jan.

Das Wasser sich biegt …

Hat schwere Last zu tragen, dieser Knab‘
gefüllt mit Wasser, bis zum Rande,
trägt er es tapfer bis sein Grab‘
wird umflattert mit traurigem Bande.

Oder mag es ein Mädelein sein,
noch schwerer mag es scheinen,
schwere Last es trägt allein,
so schwer, dass sie muß weinen.

Und welcher Unhold sitzt voraus,
schweres Gewand und mächt’ger Stock,
mag leben in Saus und Braus,
und ist doch nur ein dummer Bock.

Es rächt sich der schuftende Haufen,
ganz unvermutet und schlicht,
der Unhold ist schon grün angelaufen,
die Träger jedoch noch nicht.

Schneeflöckchen

Schneeflöckchen, Weißröckchen,
da kommst du geschneit,
du kommst aus den Wolken,
Mensch, mein Weg ist so weit.

Komm verzieh dich, du Flöckchen,
Weißröckchen, du auch,
sonst landet mein Auto
ganz sicher im Strauch.

Schneeflöckchen, schnei‘ morgen,
aber bitte nicht heut‘,
muß noch fahren ein Stückchen,
wie die anderen Leut‘.

Weißröckchen und Glatteis,
weiße Straßen und Schnee,
Winterreifen fürs Auto,
hab ich keine, oje.

Schneeflöckchen, du nervst mich,
muß das heute denn sein,
laß mich bitte in Ruhe,
sonst bleib ich daheim.

Kling, Glöckchen

String-Tanga, stringelingeling,
String-Tanga, string.
Ist so kalt, der Winter,
friert mir ab der Hintern.
Sag, was soll ich machen,
hab schon rote Backen.
String-Tanga, stringelingeling,
String-Tanga, string.

Lang-Höschen, langelangelang,
Lang-Höschen, lang.
Da wirst Du wieder munter,
trägst Du diese drunter,
fühlst Dich wie ’ne Tonne,
hättest lieber Sonne.
Lang-Höschen, langelangelang,
Lang-Höschen, lang.

Pink-Öhrchen, pingelingeling,
Pink-Öhrchen, pink.
Hab‘ so kalte Ohren,
sind schon fast erfroren.
Zwei pinkne Lauscher hab‘ ich,
macht mich nicht grad glücklich.
Pink-Öhrchen, pingelingeling,
Pink-Öhrchen, pink.

Pling, Näschen, plingelingeling,
pling Näschen, pling.
Durch den Schnee zu stapfen,
macht mir Eiszapfen,
hängen an der Nase,
fallen auf die Straße.
Pling, Näschen, plingelingeling,
pling Näschen, pling.

Sing-Mäulchen, singesingesing,
Sing-Mäulchen, sing.
Auch wenn Schnee und Kälte,
ich niemals bestellte,
singe ich ein Liedlein,
alle stimmen mit ein:
Sing-Mäulchen, singesingesing,
Sing-Mäulchen, sing.

Stille Nacht, heilige Nacht

Stille Nacht, heilige Nacht
alles schläft, einsam wacht,
einer, der zuviel Wurst gegessen hat,
holder Knabe ohne Lockenpracht,
hält sich tapfer den Bauch, hält sich tapfer den Bauch.

Stille Nacht, heilige Nacht,
die Frau, die schläft, er jedoch wacht,
ihm wurde das Sodbrennen nähergebracht,
wurde die Wurst mit viel Fett gemacht?
Keiner weiß es genau, keiner weiß es genau.

Stille Nacht, heilige Nacht,
alles träumt, einer wacht,
denkt an die Bratwurst die ihn so schmerzt,
gemein, wer darüber lacht und scherzt,
Soll es ihm besser ergehen, soll es ihm besser ergehen.

Stille Nacht, heilige Nacht,
ist vorbei, der Morgen lacht,
alles ist wach, nur der Knab‘ ohne Pracht,
der die ganze Nacht hat durchgemacht,
schlummert tief und fest, schlummert tief und fest.

Stille Nacht, heilige Nacht,
einer schläft, alles wacht,
denk dran, die Bratwurst, die macht dich krank,
doch gibts nen Rat – der Himmel sei Dank –
spül sie herunter mit Glühwein, spül sie herunter mit Wein.

Advent

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt,
scheint so hell im Zimmer,
ein Lichtlein wie’s Ihr heuer kennt,
vergesst Ihr deshalb nimmer.

Brennt langsam vor sich her,
strahlt helle und ganz licht,
die Nummer von der Feuerwehr?
Ich glaub‘, die brauchen wir noch nicht.

Erst wenn das Haus in Flammen stünde,
was nicht passieren möge,
hing ich am Telefon und verkünde
es der Feuerwehr, auf das sie flöge.

Mit viel Tatü und viel Tata,
mit blauem Licht und langem Schlauch,
wäre sie dann ruckzuck da.
Wir bräuchten sie dann auch!

Solang die Kerze brennt jedoch
langsam vor sich her,
freuen wir uns noch,
auf das nicht brennen möge mehr.

Drum freut Euch des Lichtes,
scheint nimmermehr,
rufst Du ob des Gedichtes
die Feuerwehr…

Dixie-Klo

nach „Ein Männlein steht im Walde…“

Wer stellt das Dixie auf die Wiese,
ganz schief und krumm,
wer hatte hier ne Krise,
wer war so dumm.

Ref.: Was mag das für ein Männlein sein,
das da stellt es ganz allein,
auf die Wiese hinaus
und geht dann nach Haus.

Es hat vor lauter Kummer
ein purpur Mäntlein um.
Es steht ja auch noch immer
ganz schief und krumm.

Ref.: Was mag das für ein Männlein sein,
das es läßt so ganz allein
auf der Wiese stehen
wir können es doch sehen.

Das Dixie ganz alleine,
steht dort ohne Ende.
Auch wenn ich jetzt meine
her müßte eine Wende.

Ref.: Wer mag wohl das Männlein sein,
das helfen kann – ach, wär das fein –
das Dixie zu stützen,
den würde ich dann küssen.

Backfisch

Interessant war dieser Stand,
der sich auf zwei Ebenen befand.
Im oberen Stockwerk lag der Fisch,
und müffelte ganz fürchterlich,
auf dem Grill, auf dass er brate,
weil unten die Menschenmenge wartete.
Der gebackene Fisch im Teig vom Bier,
rutschte runter, man sieht es hier,
ein Stock tiefer auf den Tisch,
wo zwei Mann ganz fachmännisch
den Fisch versehen mit Salat
aus Kartoffeln, in der Tat.
Gereicht an all die Leute:
die wartet schon, die Meute.
Kostenpunkt: vierfuffzich.
Ja, darauf verzicht‘ ich.

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