Hoch hören

Mal wieder was aus der Holterdiepolter-Los-reim-dich!-Küche, Teil 2:

Sitzt mein Mann dort auf dem Steine,
während ich verweile
mit der Schwägerin
aus Sindelfing‘
auf dem Turm ganz oben.
Dort sehe ich von droben
wie mein Mann
ruft mich an
übers Mobiltelefon.
Oh, es klingelt schon!
Denn sehen, das geht prima,
doch wegen der paar Meter
ist ein Schreien unerträglich
und ein Verstehen gar nicht möglich.
Moderne Technik lebe hoch:
„Ich sehe und ich hör‘ dich doch!“

Mond

Mal wieder was aus der Holterdiepolter-Los-reim-dich!-Küche, Teil 1:

Während ich hier sitze
stehst Du auf der Spitze
des Hauses gegenüber.
Obenauf und nicht darüber,
dahinter und an der Eck‘
bald am Rand, den Kopf du reckst,
links, rechts, darunter bist du nicht,
strahlst Dein leises Licht
hoch vom Himmel auf mich nieder.
Ob oben, unten oder auch dahinter,
vorne, hinten, auf der Gaube,
Du bist mir überall ne Freude!

Klee

Auf unserem Rasen hat der Klee das Zepter in der Hand und macht aus dem Rasen eine Wiese. In froher Erwartung unseres neuen Rollrasens gibt es dieses hier:

Hast du auf dem Rasen Klee
gibt’s im Juni keinen Schnee.
Wächst der Klee dann immer höher,
brauchst du schnell ’nen Rasenmäher.
Steht der Klee Dir bis zur Nasen,
brauchst du doch ’nen neuen Rollrasen!
Und die Moral von der Geschicht‘:
Grünen Klee, den brauchst du nicht,
außer er ist vierblättrig!

Der Koch vom Kaiser

Hinter jedem guten Essen verbirgt sich ein guter Koch und manchmal spielt sich das Leben in Nebensätzen ab. Mehr läßt sich zu diesem Gedicht nicht sagen.

Ich fang noch mal an:

Der Koch vom Kaiser,

der ihm kochte
dieses Essen und ihm brachte
diese Speise an den Tisch,
die ich finde sehr verführerisch,
da lecker, süß und klein geschnibbelt,
auf das es meinen Gaumen kribbelt,
auch Franz Joseph – er war Kaiser –
und zudem wohl ein sehr Weiser,
wusste: mit Apfelmus und Zucker
ist das Essen sehr, sehr lecker,

lebe hoch!

Tadsch Mahal

Das Tadsch Mahal in Indien
kann man zwar dort findien,
aber auch auf Nürnbergs Freizeitmesse
weckte es unser Interesse.

Mit viel Farbe auf Papier
steht es hier.
Zwischen Wasserteich und Grün
finden wir es auch ganz schön.

Schokoladenweihnachtsmannschicksal

Der Weihnachtsmann (rechts) aus Schokolade,
in purpurrotem Blechgewand,
fand es ziemlich schade,
dass des Kollegen Kopf (links) so bald verschwand.

Ein Monster mit zwei großen Augen
und ebensolchem Mund –
man kann es fast nicht glauben –
verschlang den Kopf in seinem Schlund.

Lieber Schokoweihnachtsmann,
es tut uns furchtbar leid,
so essen wir Euch dann und wann,
am liebsten aber doch zur Weihnachtszeit.

Spatzen

Neulich an der Würstchenbude:

Da sitzen die Spatzen
und ratzen
auf dem Rand vom Kasten
(der ist feuerrot)
und warten ohne Not
auf ein bischen Brot.

Rettungsdienst

Die meisten Geschichten in Gedichtform (Holpervers) erzählt das Leben:

Am Freitag auf der Kerwa,
in Fürths schönen Gassen,
sah ich hier und da
nicht nur Menschenmassen,
sondern Retter in der Not
am Würstchenstand
mit drei Bratwürsten im Brot
mit Senf in ihrer Hand.
So retten Sie die Metzgerware
vor dem Feuerschlund
des Grills, worauf sie gare,
in ihren eigenen, sicheren Mund.
Guten Appetit
und laßts Euch schmecken,
wir retten fleißig mit –
lecker Bratwurst und Senf im Wecken.

28plus

Und noch’n Quickie:

Das Altern macht mir keine Sorgen,
ich denke nicht an Morgen,
ganz im Gegenteil:
so denke ich derweil
ganz locker und entspannt,
und halt‘ mir mit der Hand
– während ich springe wie ein Reh
fröhlich durch den grünen Klee, juchhe –
den Rücken.

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