Schmetterding

Endlich mal wieder ein Gedicht aus der Kategorie „Neulich…“:

Neulich sah ich sitzen
auf uns’ren Jalousienritzen
’nen schönen Schmetterling.
Mensch – das ist ja ’nen Ding!

Macht aus uns’rer Jalousienritz‘
’nen Jalousiensitz.
Mensch – das ist ja ein Ling,
du schönes Schmetterding!

Rückersdorf

Gestern waren wir in Stöppach im Nürnberger Land, wo die Häuser Nummern haben, weil es aufgrund der Größe des Ortes sich nicht lohnt, Straßennamen zu vergeben.

Auf dem Weg dorthin kamen wir durch Rückersdorf, einem Ort zwischen Nürnberg und Lauf, der sich für mich durch das auszeichnet, was ich mit ihm fälschlicherweise verbinde (ich habe nie behauptet, dass meine Gedichte einen Sinn haben müssen):

Oh Rückersdorf, oh Rückersdorf,
deinen Namen hört ich nie,
bist nur ein fränk’sches Dorf
ganz klein in der Geographie.

Und doch verbinde ich mit deinem Namen
und Deinem schönen Ort
ein Atomkraftwerk – als Rahmen
für meine Gedanken und ein Wort.

Warum das so ist,
kann keiner sagen
und weil das so ist,
mag ich nicht verzagen

und hier deutlich machen,
dass dieser kleine Ort
mit all den schönen Sachen
wie Kirchenhof und Kinderhort

mit Atomkraft nix zu tun haben mag.
Wie komme ich darauf?
Nicht gewußt ist gut gefragt!
Ich geb die Frage selber auf …

Macht mein Gehirn mir einen Spaß,
kommt ein kleines Dorf zu Ehren,
– was liegt an der 14. Bundesstraß‘ –
aber keiner kann’s erklären!

Kupferstück

Nach heutigem Zahnarztbesuch und anschließender „Wiedergutmachung“ beim Friseur passierte mir Folgendes (in Gedichtform):

Ich denke: heute ist wieder so ein Tag,
an dem ich mich verwöhnen mag.
Ein Stück Erdbeerkuchen soll es sein,
also geh‘ ich schnell zum Bäcker rein.

Ich muss nicht lange in der Schlange stehn;
„Ein Stück Erbeerkuchen, bitteschön!“
sage ich dem netten Wesen,
nämlich der Dame hinter’m Tresen.

Sie sagt: „Heute ist einer dieser Tage,
an dem ich Euch nun sage:
es gibt keinen Erdbeerkuchen.
Morgen wieder könnt Ihr es versuchen.“

Ich drücke meine Enttäuschung aus,
gehe auf die Straße raus
ohne was zu kaufen.
Pech gehabt – bin ich also umsonst gelaufen.

Ich frage: „Ist heute wieder so ein Tag,
an dem nicht viel gelingen mag?“
Ich schaue runter auf den Trottoir
und nehme eine Münze wahr.

Als ich sie aufheben möchte und mich bück‘,
sehe ich, es ist ein 2-Cent-Stück.
Ich denke: heute ist wohl doch so’n Tag,
an dem ein bischen Glück einfach auf der Straße lag.

Wellis machen Ferien

Ja, Wellensittiche sind auch nur Menschen und haben sich daher ebenso Urlaub verdient.

Und was macht man als Welli im Urlaub?
Nichts anderes, als das, was man außerhalb der Ferienzeit nicht auch tun würde!

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Lucy

Mit acht Wellensittichen im Haus (sechs Urlaubs- und zwei eigene Vögel) hat man immer was zu tun, aber auch viel zu lachen.

In beiden Disziplinen ist Lucy ganz weit vorne, wie man hier sehen kann:

 

Engel

Meine Mutter schnappte ein paar Vers-Fetzen dieses Gedichtes auf, zauberte daraus ein nicht ganz vollständiges Gedicht zu meinem Geburtstag und ließ es mir frei, an der einen oder anderen Zeile nachzubasteln.

Das ist daraus geworden:
Foto: wildröschen/aboutpixel.de

Auf einer Wolke ganz oben, ganz weit,
sitzt ein kleiner Engel und teilt die Zeit.
Mit einer Schere – schnip und schnap –
schneidet er kleine Stückchen ab.

Auch wenn die Menschheit sich wundert,
er teilt die Zeit in ein Jahrhundert.
Zehn weitere Schnipsel haben wir gezählt,
macht ganz einfach ein Jahrzehnt.

Er schnipselt und schneidet sogar
ein Stückchen, das wir nennen: ein Jahr.
Zwölf kleinere Teile schnipselt er fein,
ein Monat soll das sein.

An der Zahl dann dreißig Stück,
ist’s ein Tag, was für ein Glück.
Vierundzwanzig mal Schnip-Schnap,
fertig sind unsere Stunden an einem Tag.

Sechzig Streifen teilt er im Nu
in eine Minute auf unserer Uhr.
Nochmal sechzig Schnipsel in einer Minute:
so kommt uns eine Sekunde zugute.

Auf einer Wolke ganz oben, ganz weit,
sitzt ein kleiner Engel und teilt die Zeit.
Mit einer Schere – schnip und schnap –
schneidet er kleine Stückchen ab.

Umgeben von Schnipseln so weit man blickt,
sitzt ein müder Engel und ist kurz eingenickt.
Seine Schnipsel bestimmen derweil unsere Zeit,
hier und jetzt, ganz nah und ganz weit.

Goldstück

Ein Oster-Gedicht, wenn man so will, oder: In jeder Frau steckt noch ein Kind.

Diesen Hasen sah ich am Sonnabend,
als ich mich erquickend und erlabend
in Nürnbergs Innenstadt befand
– mit meinem Gatten an der Hand.

„Den muss ich haben und zwar sofort,
ich gehe sonst an keinen and’ren Ort,
außer ich kann nennen diesen Hasen mein.
Ohne den geh‘ ich nicht heim!“

sprachs aus meinem Munde.
Mein armer Gatte vernahm die Kunde
und entwickelte ’nen Notfallplan,
sah mich an und sagte dann:

„Wenn er aus Schokolade wär,
würd‘ ich ihn Dir kaufen – bitte sehr.
Aber dieses goldene Stück
ist komplett aus Voll-Plastik

und gefüllt mit sehr viel Luft.
Es verströmt ’nen Polyethylen-Duft.
Den willst Du nicht wirklich haben.
Diese Idee musst Du begraben.“

Mein Gatte hat mal wieder Recht:
von dem Hasen würd’s mir nur schlecht.
Ich ließ die Eskapaden
und ging dann mit ihm zum nächsten Schokoladenladen.

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