Rhabarberschorle

Letzte Woche war mal wieder Punk-Cuisine. Traditionell läute ich dieses Ereignis mit einer kühlen, leckeren Rhabarberschorle ein.

Es war mal ’nen Fräulein aus Maastricht,
das mochte Rhabarber im Glas nicht.
Trinkt sie Schorle rot-weiß,
kühl, mit Wasser und Eis,
sie dann fruchtig über den Tisch bricht.

Tosen im Ohr

Ich liebe das Meer, mit all seinen Eigenschaften. Manchmal habe ich auch eins im Ohr.

Wellen schlagen an mein Trommelfell,
weiche Gischt schäumt weiß und hell,
tosende Wogen preschen hervor,
denn, seit dem Duschen hab‘ ich Wasser im Ohr.
Plopp – oh, jetzt ist es fort
und tost an einem anderen Ort.

Rockerrücken

Es war mal ein Rocker aus Siegen,
der konnte gut rocken im Liegen.
Quod erat demonstrandum,
schmerzt der Rücken – ach, wie dumm,
wär‘ er doch besser stehn’geblieben.

Echo

Wer Gedichte veröffentlicht, wirft ein Rosenblatt in den Grand Canyon und wartet auf das Echo.

Don Marquis, US-amerikanischer Schriftsteller, Dichter und Journalist

Schnaps-Luise

Letztes Wochenende war Brauereifest. Das gute Zirndorfer ging weg, wie warme Semmeln. Auch der Schnapsstand außerhalb der Brauerei war gut besucht. Ein Herrengedeck in zwei Gängen.
Die Handlung und die handelnden Personen dieses Gedichtes sind frei erfunden.

Luise aus Mühldorf am Inn,
Fachverkäuferin
von Spirituosen,
steht dort mit famosem,
grünen Wagen
und stellt – grob überschlagen –
mit tausend Liter Flüssigkeit,
’ne ganze Menge Schnaps bereit.
Die Leute trinken erst ’nen Bier,
dann steh’n sie hier
und kippen noch ’nen Schnaps
hinter den Latz.
Für alle ein Gewinn.
Besonders für Luise aus Mühldorf am Inn.

Dem Gockel sein Kumpel

Heute mischten wir uns, bewaffnet mit Fotoapparat und suchendem Blick, unauffällig unter die Touristen in Nürnbergs Innenstadt. Ein Muss für alle: der Handwerkerhof am Hauptbahnhof:

Es war mal ein Gockel aus Mähren,
der hatte als Kumpel ’nen Bären.
Die Mädels gaben ihm Baggerverbot,
so dass er wählte den hängenden Tod.
Sein Kumpel jedoch, der flauschig‘ Idiot,
suchte Trost in mindestens vier Affären.

Licht

Auf dem gestrigen Weg zum 4. Open Air Poetry Slam in Fürth, gingen wir durch diese Unterführung hindurch. Da wurde mir doch glatt poetisch ums Herz, so dass ich hier einen Quickie ausspucke:

Am Ende des Tunnels ist immer ein Licht.
Ist es das nicht,
so ist der Tunnel eben dicht.

Kunstiges: Frosch an der Wand

Nun habe ich noch eine neue Kategorie geboren: Kunstiges. Hier ist alles untergebracht, was im Auge des Betrachters, also, da ich Euch nicht alle kenne, in meinem, kunstig ist. Ist es das in Eurem nicht, so lasst es mich wissen. Hier geht’s los:

Was ist grün, hängt an der Wand und quakt nicht? Ein froschiger Gästeschuhhalter (das man so etwas überhaupt braucht!?) aus Stoff- und Bänderresten, B x H: ca. 60 x 100 cm, teilweise handgefertigt und -bestickt (ja, von mir).

Regen

Ich habe gestern Fenster geputzt. Heute regnet es. Das musste ja so kommen. Nun betrachte ich durch die saubere Fensterscheibe und durch die Regentropfen die Welt, die sich im Kleinformat darin spiegelt.

Regentropfen
an der Scheibe
leises Klopfen
zarte Weise

nasse Tropfen
perlengleich
weiches Klopfen
segensreich

die Welt so grün
sie spiegelt sich
so wunderschön
unvergesslich

Spiegelbild
in jedem Tropf
die ganze Welt
ans Fenster klopft

Schmeißfliegenhumor

Gestern haben wir lecker Forelle gegrillt. Kaum lag der Fisch auf dem Teller, flogen schon die ersten Schmeißfliegen im Zickzack über dem Grillgut herum und warteten auf ihren Moment. Unser Rumfuchteln und -wedeln nahmen die Fliegen mit Humor:

Die Schmeißfliege an sich
und als solches
speiset gar königlich
und freut es,
wenn der Mensch sich mit Fuchteln rächt,
ob der fliegenden Missetat,
dann schmeißt sie sich regelrecht wech,
wovon sie doch den Namen hat.

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