Kupferstück

Nach heutigem Zahnarztbesuch und anschließender „Wiedergutmachung“ beim Friseur passierte mir Folgendes (in Gedichtform):

Ich denke: heute ist wieder so ein Tag,
an dem ich mich verwöhnen mag.
Ein Stück Erdbeerkuchen soll es sein,
also geh‘ ich schnell zum Bäcker rein.

Ich muss nicht lange in der Schlange stehn;
„Ein Stück Erbeerkuchen, bitteschön!“
sage ich dem netten Wesen,
nämlich der Dame hinter’m Tresen.

Sie sagt: „Heute ist einer dieser Tage,
an dem ich Euch nun sage:
es gibt keinen Erdbeerkuchen.
Morgen wieder könnt Ihr es versuchen.“

Ich drücke meine Enttäuschung aus,
gehe auf die Straße raus
ohne was zu kaufen.
Pech gehabt – bin ich also umsonst gelaufen.

Ich frage: „Ist heute wieder so ein Tag,
an dem nicht viel gelingen mag?“
Ich schaue runter auf den Trottoir
und nehme eine Münze wahr.

Als ich sie aufheben möchte und mich bück‘,
sehe ich, es ist ein 2-Cent-Stück.
Ich denke: heute ist wohl doch so’n Tag,
an dem ein bischen Glück einfach auf der Straße lag.

Wellis machen Ferien

Ja, Wellensittiche sind auch nur Menschen und haben sich daher ebenso Urlaub verdient.

Und was macht man als Welli im Urlaub?
Nichts anderes, als das, was man außerhalb der Ferienzeit nicht auch tun würde!

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Lucy

Mit acht Wellensittichen im Haus (sechs Urlaubs- und zwei eigene Vögel) hat man immer was zu tun, aber auch viel zu lachen.

In beiden Disziplinen ist Lucy ganz weit vorne, wie man hier sehen kann:

 

Engel

Meine Mutter schnappte ein paar Vers-Fetzen dieses Gedichtes auf, zauberte daraus ein nicht ganz vollständiges Gedicht zu meinem Geburtstag und ließ es mir frei, an der einen oder anderen Zeile nachzubasteln.

Das ist daraus geworden:
Foto: wildröschen/aboutpixel.de

Auf einer Wolke ganz oben, ganz weit,
sitzt ein kleiner Engel und teilt die Zeit.
Mit einer Schere – schnip und schnap –
schneidet er kleine Stückchen ab.

Auch wenn die Menschheit sich wundert,
er teilt die Zeit in ein Jahrhundert.
Zehn weitere Schnipsel haben wir gezählt,
macht ganz einfach ein Jahrzehnt.

Er schnipselt und schneidet sogar
ein Stückchen, das wir nennen: ein Jahr.
Zwölf kleinere Teile schnipselt er fein,
ein Monat soll das sein.

An der Zahl dann dreißig Stück,
ist’s ein Tag, was für ein Glück.
Vierundzwanzig mal Schnip-Schnap,
fertig sind unsere Stunden an einem Tag.

Sechzig Streifen teilt er im Nu
in eine Minute auf unserer Uhr.
Nochmal sechzig Schnipsel in einer Minute:
so kommt uns eine Sekunde zugute.

Auf einer Wolke ganz oben, ganz weit,
sitzt ein kleiner Engel und teilt die Zeit.
Mit einer Schere – schnip und schnap –
schneidet er kleine Stückchen ab.

Umgeben von Schnipseln so weit man blickt,
sitzt ein müder Engel und ist kurz eingenickt.
Seine Schnipsel bestimmen derweil unsere Zeit,
hier und jetzt, ganz nah und ganz weit.

Goldstück

Ein Oster-Gedicht, wenn man so will, oder: In jeder Frau steckt noch ein Kind.

Diesen Hasen sah ich am Sonnabend,
als ich mich erquickend und erlabend
in Nürnbergs Innenstadt befand
– mit meinem Gatten an der Hand.

„Den muss ich haben und zwar sofort,
ich gehe sonst an keinen and’ren Ort,
außer ich kann nennen diesen Hasen mein.
Ohne den geh‘ ich nicht heim!“

sprachs aus meinem Munde.
Mein armer Gatte vernahm die Kunde
und entwickelte ’nen Notfallplan,
sah mich an und sagte dann:

„Wenn er aus Schokolade wär,
würd‘ ich ihn Dir kaufen – bitte sehr.
Aber dieses goldene Stück
ist komplett aus Voll-Plastik

und gefüllt mit sehr viel Luft.
Es verströmt ’nen Polyethylen-Duft.
Den willst Du nicht wirklich haben.
Diese Idee musst Du begraben.“

Mein Gatte hat mal wieder Recht:
von dem Hasen würd’s mir nur schlecht.
Ich ließ die Eskapaden
und ging dann mit ihm zum nächsten Schokoladenladen.

Eimerlein

Der Eimer in der Ecke,
rührt sich nicht vom Flecke.
Viele Stücke Papier
landen balde hier.
Ist so tapfer und ganz klein,
es passt fast nix mehr rein.
Ach, Du kleiner
Mülleimer,
würdest Du noch wachsen,
so machten sie die gleichen Faxen
mit Dir
und dem Papier.
Wärst Du ganz groß und nur halb so voll,
wär‘ das Leben auch nicht toll.
Ob groß, ob klein –
Du bleibst eben nur ein Mülleimerlein!

Viel Blau um nichts

Und noch’n Gedicht: anläßlich eines wenig bewegenden Momentes auf der Fürther Kerwa:

Die Feuerwehr, die Feuerwehr,
die hat’s heute garnicht schwer:
Steht auf der Kerwa heute
und schaut in die Gesichter all der Leute,
die vom Blaulicht sind stark geblendet.
Glücklich, wer ein ruhiges Plätzchen findet.
Menschenmengen stehen links und rechts.
Die Feuerwehrmänner – die angesichts
der Menschenmassen
sich nicht verwirren lassen,
die stehen dort und warten.
In der Hand nen Bier und
Schweineschwarten
oder ähnliches im Brot
– nur ein Imbiss, keine Hungersnot! –
stehen die Zuschauer am Rand
und sind schon sehr gespannt,
was als nächstes passieren mag
– was für ein ereignisreicher Tag!
Doch nichts geschieht bei Weitem!
Ein allgemeines Warten an den Seiten
und in der Mitte auch 
– sogar mit eingerolltem Schlauch.
Mh. Viel Licht und Blau
für nichts, dafür ’nen Stau
gibt’s heut‘ in Fürths Gassen,
– und ich dacht‘ schon, wir würden was verpassen!

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